Freiwillige Feuerwehr Merkers

 

 

 

Südthüringer Zeitung vom 03.02.2016

 

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Dr. Ulrich Feder, Leiter des Umweltamtes Wartburgkreis.

 

 

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Betreiber bezahlt alle Einsätze

Nach 21 Monaten Ruhe hat es im Recyclingpark Dorndorf im Januar zweimal hintereinander gebrannt. Auf die Fragen der Bürger, wie gefährlich das ist und wer die Feuerwehreinsätze
bezahlt, antwortet Dr. Ulrich Feder, Leiter des Umweltamtes des Wartburgkreises.
 

Herr Feder, die Bürger werden immer aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten – wie gefährlich und giftig sind die entweichenden Rauchgase?
 

Bei dieser Information an die Bürger handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Es war ein ABC-Fahrzeug der Feuerwehr im Einsatz, welches keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen gemessen hat.
 

Wer bezahlt die wiederholten Einsätze der Feuerwehr?


Es wurden bisher alle Feuerwehreinsätze vom Betreiber des Recyclingparkes Dorndorf bezahlt.
 

Werden diese Recyclingparks regelmäßig überprüft, wenn ja, wie oft?

Weitere Recyclingparks, genauer Abfallzwischenlager, mit der Spezifik von Dorndorf gibt es im Wartburgkreis nicht. Eine Überprüfung dieser und ähnlicher Anlagen erfolgt im Wartburgkreis mindestens einmal jährlich. Im Falle von Havarien wie den Bränden beim Recyclingpark Dorndorf werden die Anlagen häufiger kontrolliert.

Führt wirklich die Schneedecke zur vermehrten Gefahr der Selbstentzündung?

Der letzte Brand wurde durch die Schneedecke begünstigt. Die Ursachen einer Selbstentzündung solcher Haufwerke sind vielschichtig und nicht immer vorhersehbar. Es spielen zum Beispiel der organische Anteil des Mülles, der Luftdruck, Feuchtigkeit oder auch der Sauerstoffanteil innerhalb der Haufwerke eine entscheidende Rolle für eine Selbstentzündung. Der Schnee hatte den Effekt wie er für Iglus typisch ist, das heißt, die ohnehin schon vorhandene Wärme innerhalb der Haufwerke konnte nun gar nicht mehr entweichen und hat somit zu einer Selbstentzündung geführt.

Warum sind dann nicht andere Recyclinganlagen betroffen, sondern immer wieder Dorndorf?

Wie bereits erwähnt, ist die Anlage in Dorndorf die einzige ihrer Art im Wartburgkreis. Es ist aber generell bekannt, dass derartige Anlagen zur Selbstentzündung neigen. Ebenso kommt es in Bunkern (Lagern) von Müllverbrennungsanlagen teilweise zu Bränden, deren Ursachen ähnlich gelagert sind. Allgemein ist festzustellen, dass es Recyclinganlagen für die verschiedensten Abfallarten gibt, die sich auch im Brandverhalten erheblich unterscheiden.

Welche Genehmigungsauflagen gibt es für solche Anlagen?

Die Auflagen für solche Anlagen entsprechen den aktuellen gesetzlichen Anforderungen in den  Bereichen Baurecht, Brandschutz, Arbeitsschutz, Naturschutz, Immissionsschutz, Wasserrecht sowie dem Abfall- und Bodenschutzrecht.

Gibt es für die Anlage in Dorndorf Auflagen, nachdem sich der Müll nun wiederholt entzündet hat?

Die Genehmigung der Anlage umfasst Auflagen, die zur Verringerung des Brandrisikos führen und insbesondere auch die Auswirkungen von Bränden auf die Nachbarschaft erheblich reduzieren (zum Beispiel kleinere Haufwerke). Bereits nach dem Brand im Jahr 2013 hat der Betreiber umfangreiche Maßnahmen zur Brandverhinderung ergriffen. So wurden zum Beispiel Überwachungskameras installiert, die eine ständige Kontrolle des Zustandes der Haufwerke ermöglichen. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass 21 Monate kein Brand aufgetreten ist. Seit dem letzten Jahr laufen darüber hinaus in enger Abstimmung mit dem Umweltamt weitere Planungen zu einer Verbesserung der Anlage, welche auch das Risiko einer Selbstentzündung dieser Abfälle nochmals
deutlich reduziert. Leider können Brände, egal, um welche Anlage es sich handelt, aber nie vollständig ausgeschlossen werden.

Warum kommt der Müll nicht zur Müllentladestation in Merkers?

Es handelt sich hierbei nicht um Abfälle aus Privathaushalten, welche gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz überlassungspflichtig sind und dementsprechend vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Abfallwirtschaftszweckverband Wartburgkreis (AZV) eingesammelt werden, wie beispielsweise der Haus- und Biomüll. Es sind gewerbliche Abfälle, deshalb werden sie nicht in der Müllumladestation des AZV behandelt.

Woher kommt der Müll, der in Dorndorf zwischengelagert wird und wohin kommt er? Warum wird er nicht ohne Zwischenlagerung in die Müllverbrennung nach Zella-Mehlis oder Heringen gefahren?

Es handelt sich bei dem Müll um Gewerbeabfälle aus den verschiedensten Bereichen und dieser wird in der Müllverbrennungsanlage (MVA) Heringen entsorgt. Die Zwischenlagerung im Recyclingpark Dorndorf dient der Pufferung der MVA Heringen. Das heißt, bei Stillstand der Müllverbrennung wird der Abfall in Dorndorf eingelagert und bei Bedarf wieder entnommen. Nur so kann ein gleichmäßiger und effizienter Betrieb der Müllverbrennungsanlage gewährleistet werden.
 

Interview: Ute Weilbach